Ruhig und reizvoll: Tasmaniens Nordwesten

Wynnie in Wynyard – Bilderbuch-Beach in Boat Harbour – Siedlerspuren in Stanley

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Die Ortschaften an Tasmaniens Nordwestküste werden von flüchtigen Besuchern zumeist links liegen gelassen. Wer nur sieben Tage Zeit hat, den zieht es eher in den Cradle Mountain oder den Freycinet Nationalpark, nach Hobart und Port Arthur. Und wer nicht irgendwann noch einmal wiederkommt, wird wohl nie erleben, welche Reize die Nordwestküste zu bieten hat.

Der Inglis River mündet in Wynyard ins Meer Es sind weniger die Superlative (größtes,
tiefstes,
ältestes...)
und das Spektakuläre,
als vielmehr
die stillen Schönheiten
und die Beschaulichkeit einer ländlichen, überwiegend landwirtschaftlichen Region, die einen Abstecher hierher lohnen. Und wer noch dazu über die Weihnachtsfeiertage bereist, hat die kleinen Orte und die interessante Küste fast für sich allein.

Heiligabend in Wynyard:

Aus dem Lautsprecher unter den Arkaden des Lebensmittelmarktes in der Ortsmitte dudelt Popmusik, die Einwohner des rund 4500-Seelen-Ortes erledigen ihre letzten Besorgungen. In der Fisch-Imbissbude an der Mole herrscht am Mittag noch reger Andrang – für wenig Geld wird hier der Fang vom Tag verkauft, draußen lauert ein Schwarm Möwen darauf, dass etwas für sie abfällt.

Ebbe im Hafen von Wynyard
















Wynnie fühlt sich in Wynyard wohl Wynnie ist das Maskottchen von Wynyard. Der betagte Seelöwe mit Narben am Kopf hält sich seit vielen Jahren dort auf, wo der Inglis River ins Meer mündet, wo die Fischer ihre Boote nach getaner Arbeit festmachen und wo die Möwen auf Beute lauern. Wynnie ist zutraulich und wer ein wenig an der Mole steht, dem zwinkert er schon mal zu und zeigt eine zirkusreife Rolle. Im Imbiss liegt ein Hefter mit Zeitungsartikeln über Wynnie. Vor allem, als er sich einmal 25 Tage lang nicht sehen ließ, sorgte er für Schlagzeilen. Später wird es ruhig im Hafen und nur noch die Masten der Fischerboote lugen bei Ebbe über die Mole. Jetzt hat sich auch Wynnie zurückgezogen.

Auch auf den Straßen ist es am Nachmittag für ein, zwei Stunden ruhig. Doch gegen 18 Uhr kehrt wieder Leben ein in Wynyard – in einer Stunde startet die große Christmas Parade. Da ist dann vom Kleinkind bis hin zum Opa alles auf den Beinen und trifft sich entlang der Hauptstraße. Die Stimmung ist ausgelassen, locker und kein bisschen weihnachtlich. Von der Straßenecke her hört man die ersten Töne – die örtliche Blasmusikkapelle führt den Umzug an, der ein wenig an ein deutsches Dorfjubiläum gewürzt mit einem Schuss Karneval erinnert. Aus Wynyard und den umliegenden Orten nehmen Gruppen, Einzelpersonen und Vereine teil.

Christmas Parade in Wynyard Es ist ein stattlicher bunter Zug, dem die Passanten am Straßenrand begeistert zuwinken: dem Minitruck mit einer Mini-Holzstamm-Ladung folgt eine Kutsche mit einem älteren Pärchen in historischer Kleidung, dann einige fein polierte Oldtimer und ein Wagen, auf dem kräftige Männer die Kunst des Schafe scheren demonstrieren. Die Feuerwehr fährt alles auf, was sie an alten und neuen Gefährten zu bieten hat, der örtliche Jugendclub, der Kindergarten, die Damen vom Kaffeekränzchen und die Kirchengemeinde, sie alle haben sich etwas einfallen lassen. Ach ja, gegen Ende kommt dann auch Santa Claus auf einem mit Rentieren und süßen Engeln im Teeniealter geschmückten Wagen vorbei – schließlich ist ja Heiligabend...

Blick auf die Küste vom Fossil Bluff














Tags drauf, am Boxing Day, glaubt man, alle Einwohner hätten über Nacht plötzlich ihre Insel verlassen. Zu sehen sind nur wenige Menschen am australischen Nationalfeiertag, und nahezu alles hat geschlossen. Ideale Gelegenheit, die Landschaft zu erkunden. Der Wind treibt die Wolken schnell über den Fossil Bluff, einen an der Küste bei Wynyard liegenden Hügel, hinweg. Es ist frisch und wenn man den Blick über die Küstenlinie, den Strand und die hügelige Landschaft schweifen lässt, wird man bestätigen, womit Tasmanien gerne wirbt: nämlich die reinste Luft zu haben.

Zutritt verboten: Mohnfeld

Wenige Kilometer weiter liegt das Table Cape, dessen makellos weißer Leuchtturm sich 25 Meter in die Höhe erhebt. Wer mag, kann hier einen Spaziergang entlang der Steilküste und/oder vorbei an einem der vielen Mohnfelder unternehmen. Im Nordwesten Tasmaniens wird seit einigen Jahren Mohn unter strengen Sicherheitsauflagen für medizinische Zwecke angebaut. Große Schilder und Stacheldrahtzaun warnen vor unberechtigtem Zutritt. Moonfelder, Weiden, Wiesen und kleinere Wäldchen wechseln sich ab, hin und wieder fallen schon von weitem riesige weiße Felder mit Kamille ins Auge, die sich markant vom Grün der Wiesen abheben.

Kamillefeld















Boxing Day in Boat Harbour

Etwa zwölf Kilometer westlich von Wynyard lohnt ein weiterer Abstecher ans Meer. Schon der Blick von oben herab auf Boat Harbour ist vielversprechend: Das Meer bei Boat Harbour schillert in den verschiedensten Blau-Tönendas Meer schillert von Hellblau über Türkis bis hin zu kräftigem Azur, dazu schneeweißer Sandstrand an einer malerischen kleinen Bucht, die zum Boxing Day gerade einmal von einer Handvoll Touristen bevölkert wird. Auch hier ist alles geschlossen, selbst in den Unterkünften, die heute Gäste erwarten, ist niemand zu sehen. Wer anreist, findet lediglich einen Briefumschlag mit Zimmernummer und Schlüssel vor.

Blick auf den Strand in der Bucht von Boat Harbour















Westlich an Boat Harbour grenzt der Rocky Cape Nationalpark, der im Sommer wegen seiner Wildblumen, seines Vogelreichtums und einiger Höhlen in den Küstenklippen bekannt ist. Über den Brass Highway geht es weiter durch kleine Ortschaften nach Stanley. Das Fischerdorf liegt auf einer Landzunge malerisch am Fuß eines Tafelberges, der The Nut genannt wird.

Wie ausgestorben: Stanley

Die hübschen, gepflegten alten Häuser in der Ortsmitte wirken allesamt verlassen, keine Menschenseele ist am Boxing Day zu sehen
Hübsche, gepflegte Häuser in Stanleyund die zwei Pkw und das eine Motorrad, die den kurzen Scenic Drive
den Hügel vor Stanley hinauf nehmen, gehören Touristen. Der Abstecher lohnt, denn hier stehen grasen die Reste der ersten englischen Siedlung, die 1826 hier von der Van Diemens Land Company gegründet wurde. Von hier oben hat man außerdem einen prima Blick auf den Ort und The Nut. Den 143 Meter hohen Tafelberg kann man entweder zu Fuß erklimmen oder aber per Sessellift erreichen – allerdings nicht am Boxing Day, da steht nämlich offenbar das gesamte öffentliche Leben still.

Stanley liegt zu Füßen von The Nut














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