Nationalparks und Reservate im Northern Territory

Schluchten, Feuchtgebiete und Wüsten im Top End und in Zentralaustralien

zum Australien-Inhaltsverzeichnis
zum Australien-Inhaltsverzeichnis
zum Northern-Territory-Inhaltsverzeichnis
zum Northern-Territory-Inhaltsverzeichnis
zur Globetrotter-Startseite
zurück zur Globetrotter-Startseite
 
  
Northern Territory – das sind faszinierende in zwei völlig verschiedenen Gebieten: das tropische Top End mit Regenwäldern, riesigen Feuchtgebieten und dem zum Unesco-Welterbe zählenden Kakadu-Nationalpark sowie Zentralaustralien, oft auch Red Centre genannt, mit endloser Weite des Outback, Wüsten und dem berühmten Wahrzeichen Australiens, dem Uluru (Ayers Rock).

Mehr als 40 Nationalparks und Conservation Reserves schützen gut zwei Prozent der Fläche des rund 1,35 Quadratkilometer großen Northern Territory. Die Parks and Wildlife Commission Northern Territory versucht durch Lenkungsmaßnahmen und Information die Gebiete zu schützen und dennoch den Besuchern ein einzigartiges Natur- und Landschaftserlebnis zu bieten. Nicht zu vergessen sind die viele Tausend Jahre alten Zeugnisse der Aboriginal People – an zahlreichen Orten finden sich Felsmalereien oder -gravuren (Petroglyphen), die von den Legenden und vom Leben der Aboriginal People berichten.

Wer sich im Vorfeld bereits über Lage, Erreichbarkeit und Zufahrt, die Ausstattung etwa mit Campingmöglichkeiten, Treffs mit Rangern, Badegelegenheiten oder Wandertouren, die beste Besuchszeit und die tierischen und pflanzlichen Bewohner, die kulturellen Hintergründe bestimmter Sehenswürdigkeiten oder die geologischen Besonderheiten informieren möchte, findet auf der leider etwas ladelahmen Homepage der Parks and Wildlife Commission Northern Territory ausführliche Beschreibungen der einzelnen Nationalparks und Reservate. Von vielen stehen »fact sheets« mit allen wichtigen Infos zum Download bereit.

Einige Internet-Adressen und weitere Informations-Quellen finden sich am Ende dieser Globetrotter-Seite. Im Folgenden soll eine Auswahl an Nationalparks und Schutzgebieten in Kürze vorgestellt werden. Als Quelle dienten neben eigener Recherche (Zentralaustralien) die »fact sheets« der Nationalparkverwaltung, Info-Broschüren der Fremdenverkehrsämter sowie als Hintergrund die im Anhang genannte Literatur und die aufgeführten Websites. Wer in der Regenzeit im Northern Territory unterwegs ist, sollte sich unbedingt über den Zustand von Straßen und Tracks erkundigen, da diese zeitweise unpassierbar sein können.

Nationalparks in Zentralaustralien

Uluru (Ayers Rock) und mehr

Einige der bekanntesten Landmarken und Schutzgebiete befinden sich in Zentralaustralien, allen voran der Uluru-Kata Tjuta-Nationalpark mit dem Wahrzeichen Australiens, dem Uluru (Ayers Rock) und den Kata Tjuta-»Köpfen« (Olgas). Beide werden auf eigenen Globetrotter-Seiten ausführlich beschrieben. Gleiches gilt für den West MacDonnell Ranges Nationalpark (mit Finke Gorge Nationalpark, Palm Valley Nationalpark und Ellery Creek Big Hole Nationalpark), den Watarrka (Kings Canyon) Nationalpark, das Rainbow Valley Conservation Reserve sowie das Tnorala (Gosse Bluff) und das Henbury Meteorite Craters Conservation Reserve.

Corroboree Rock Conservation Reserve

Corroboree Rock Conservation Reserve (Foto: NTTC/Steve Strike) Der Corroboree Rock (Foto: NTTC/Steve Strike) liegt etwa 47 Kilometer östlich von Alice Springs und ist für die Eastern Arrernte People eine heilige und bedeutsame Stätte, an der vermutlich wichtige Zeremonien durchgeführt und vielleicht auch heilige Gegenstände aufbewahrt wurden. Es handelt sich um einen großen, grauen Dolomitstein, der ein bisschen wie ein Obelisk aussieht. Ein kurzer Weg führt vom Parkplatz zum »Windows of the Rocks« und um den Felsen herum. Die Vegetation hier besteht im wesentlichen aus Spinnifex und Senna.

N’Dhala Gorge Nature Park

Petroglyphen im N’Dhala Gorge Nature Park (Foto: NTTC/Barry Skipsey)














Petroglyphen im N’Dhala Gorge Nature Park (Foto: NTTC/Barry Skipsey)

Zum Schutz der mehr als 5900 verschiedenen Petroglyhphen – das sind Felsgravuren – wurde die schmale N’Dhala Schlucht südlich des Ross River Homestead zum N’Dhala Gorge Nature Park erklärt. Bis zum Homestead ist die Zufahrt asphaltiert, die letzten elf Kilometer führen über einen 4WD-Track, der den Ross River quert und nach Regenfällen unpassierbar sein kann. Die Schlucht liegt rund 90 Kilometer östlich von Alice Springs. Die Petroglyphen sind Relikte der Kunst und Geschichten der örtlichen East Arrernte People (Irlwentye). Es gibt fein in die Felsen eingemeißelte und grob geschlagene Gravuren. Die meisten sind in den vergangenen 2000 Jahren entstanden, einige von ihnen sollen jedoch bis zu 10.000 Jahre alt sein. Hüter dieser Stätte sind die Mitglieder der Oliver, Ryder und Williams Familien, die in Stanta Teresa leben. Sie bezeichnen die Felsgravuren der N’Dhala Schlucht als Teil der »Caterpillar Dreaming Story«.

In die Schlucht führt ein Weg – etwa eine Stunde hin und zurück – an dem auf Informationstafeln einige der Gravuren erklärt werden. Die Schlucht beherbergt neben den Petroglyphen auch einige seltene Pflanzen wie etwa Hayes Wattle (Acacia undoolyana), White Cypress Pine (Callitric glaucophylla) und Peach-leafed Poisen Bush (Trema aspera).

Trephina Gorge Nature Park

Mit normalem Fahrzeug ist der 85 Kilometer östlich von Alice Springs gelegene Trephina Gorge Nature Park erreichbar – zunächst auf dem asphaltierten Ross Highway, dann geht es neun Kilometer in die Trephina Schlucht, wobei die letzten fünf Kilometer nicht asphaltiert sind. Reflexionen im John Hayes Rock Hole (Foto: NTTC/Steph Miechel)Der John Hayes Rockhole Track innerhalb des Parks ist nur mit Allrad befahrbar. Nach Regen können die Wege indes unpassierbar sein. Die Trephina Schlucht in den East MacDonnell Ranges ist bekannt für ihre senkrechten Quarzit-Wände und von Red River Gums gesäumte Wasserläufe. Genaugenommen handelt es sich um zwei Schluchten, die sich in die Bergkette schneiden: Trephina mit ihrem sandigen Flussbett und John Hayes Rock Hole (Foto: NTTC/Steph Miechel) mit steilen, engen Felswänden.

Sandiges Flussbett in der Trephina Gorge (Foto: NTTC/Steve Strike)














Sandiges Flussbett in der Trephina Gorge (Foto: NTTC/Steve Strike)

Weite Teile des Parks sind Teil des »Wallaby Dreaming Trails« und sind für die Eastern Arrernte Aboriginal People bedeutend. Die ersten Europäer, die die Trephina Gorge sahen, waren die Erkundungstrupps für die Overland Telegraph Line unter der Leitung von John Ross. In den 1950er Jahren wurden viele der größeren Flusseukalypten für den Bau der Ghan-Eisenbahnlinie gefällt. Der Trephina Gorge Nature Park mit seinen Wasserlöchern bietet einer vielfältigen Flora und Fauna Lebensgrundlage. Insbesondere zahlreiche Vogelarten lassen sich hier beobachten, und manchmal zeigt sich das unbekannte Black-flanked Rock-Wallaby. Im Spinnifex-Gras entlang der Felswände verstecken sich der nächtliche Eat-tailed Antechinus und der große Knob-tailed Gecko. Schließlich wächst inmitten flacher Salzbuschvegetation des Parks der größte Ghost Gum (Eucalyptus papuana) Zentraliens.

Die Wasserlöcher des Trephina Gorge Nature Park laden zum Schwimmen ein, sind aber mitunter extrem kalt. In den wärmeren Monaten ist insbesondere das John Hayes Rockhole (Foto: NTTC/Steve Strike) ein beliebter Badeplatz. Blick in die Trephina Gorge von oberhalb des John Hayes Rockhole (Foto: NTTC/Steve Strike)In der Trephina Schlucht bieten sich mehrere Wanderwege für kürzere Touren an, erfahrenden Wanderer können den längeren Trephina Ridge Top Walk entlang zum John Hayes Rockhole gehen und die Panoramablicke genießen. Geführte Spaziergänge bieten die Ranger in der Zeit von 10. Juni bis 12. August donnerstags ab der Info-Tafel am Parkplatz an. Diese etwa 30-minütigen Guided Walks unter dem Motto »Trephinas Cultural Wonders« beginnen um 11 Uhr. Im gleichen Zeitraum berichten Ranger beim Campfire Talk dienstags und samstags um 19 Uhr am Campinggelände von den Naturwundern der Trephina Schlucht unter dem Titel »Threpinas Natural Wonders«.

Ruby Gap Nature Park

Im März 1886 fand der Entdecker David Lindsay im Bett des Hale River Steine, von denen er glaubte, es seien Rubine. Ein kurzer, aber reger Ansturm auf die vermeintlich wertvollen Edelsteine setzte ein, und ein Jahr später tummelten sich mehr als 200 Menschen in der Gegend. Aber schon 1888 stellte sich heraus, dass es sich lediglich um weniger wertvolle Granate handelte. Heute ist der Ruby Gap Nature Park Ziel von Menschen, die Abgeschiedenheit und eine raue Landschaft suchen. Erfahrene Wanderer können nach vorheriger telefonischer Registrierung bei den Rangern oder im Arltunga Visitor Centre eine Tour flussaufwärts zur Glen Annie Gorge unternehmen. In jedem Falle sollte man das Wetter im Auge behalten, denn nach Regen wandelt sich das Flussbett des Hale River schnell zum reißenden Bach. In diesem Falle muss der Ruby Gap Nature Park sofort verlassen werden.

Erreichbar ist die Ruby Gap, 150 Kilometer östlich von Alice Springs, über das Arltunga Historical Reserve (mehr dazu im Kapitel Northern Territory Regionen). Ein Allradfahrzeug ist erforderlich. Vom Parkeingang aus kann man noch etwa fünf Kilometer dem Bachbett des Hale River folgen – nicht jedoch nach Regen. Der Park ist Heimat einer der letzten Populationen von Brush-tailed Possums in Zentralaustralien.

Connells Lagoon Conservation Reserve

Das Connells Lagoon Conservation Reserve liegt im Herzen des Barkly Tableland und ist das einzige Reservat Australiens, das in erster Linie dem Schutz des Mitchell Graslandes dient. Gelegen nordöstlich des Barkly Homestead und an der Ostgrenze der Brunette Downs Station bedeckt es eine Fläche von 16 Quadratkilometern. Die Landschaft hier ist extrem flach, einzig durch seichte Wasserläufe im Norden und gelegentlichen kieseligen Erhebungen. Beständiges Mitchell Gras dominiert die Vegetation in dem Schutzgebiet, Bäume finden sich lediglich an den Wasserläufen sowie Bluebush in den feuchtesten Ecken. Während der einzigen botanischen Erkundung des Gebietes 1982 fand man in dem auf den ersten Blick uninteressanten, flachen Gelände eine mit 189 Arten erstaunlich vielfältige Flora. 53 Vogel- und 19 Reptilien- sowie neun Säugetier-Arten gibt es in und um das Connells Lagoon Conservation Reserve.

Devils Marbles Conservation Reserve

Teufelsmurmeln: Devils Marbles Conservation Reserve (Foto: NTTC / Barry Skipsey)














Teufelsmurmeln: Devils Marbles Conservation Reserve (Foto: NTTC / Barry Skipsey)

Übersetzt heißen die großen Felskugeln »Teufelsmurmeln« – und irgendwie sehen die Devils Marbles (Fotos: NTTC / Barry Skipsey) auch so aus. Die durch Erosion abgeschliffenen und gerundeten Granitbrocken links und rechts des Stuart Highway, etwa 393 Kilometer nördlich von Alice Springs, haben dem Devils Marbles Conservation Reserve ihren Namen gegeben. Nur 1,802 Hektar ist das Schutzgebiet groß, doch zählt es für die meisten Reisenden auf dem Stuart Highway zu einem lohnenden Stopp. Die teils Vollmond über dem Devils Marbles Conservation Reserve (Foto: NTTC / Barry Skipsey)aufeinander balancierenden Felsmurmeln geben denn auf jeden Fall ein dankbares Fotomotiv ab. Und wer sich etwas mehr Zeit als nur für einen »Schnellschuss« nimmt, kann in dem Gebiet umherstreifen und immer neue Motive entdecken. Die Pflanzen- und Tierwelt, die in dem Schutzgebiet anzutreffen ist, ist typisch für das trockene Zentrum Australiens. Die Überhänge und Spalten der Felsmurmeln bieten unter anderem dem kleinen Spiny-tailed Goanna Zuflucht.

Davenport Range Nationalpark

Eist abgeschieden und nur mit Allradfahrzeug zu erreichen: der Davenport Range Nationalpark liegt zirka 500 Kilometer nordöstlich von Alice Springs und rund 250 Kilometer östlich von Tennant Creek. Der 1200 Quadratkilometer große Nationalpark grenzt an die Pachtländereien von Elkedra, Kurundi, Murray Downs und Singleton Stations sowie an das Land des Anurrete Aboriginal Land Trust. DAm Old Police Station Waterhole im Davenport Range Nationalpark (Foto: NTTC / Barry Skipsey)ie Davenport Range grenzt an die traditionellen Territorien der Warumungu, Alyawarre und Kaytetye, und manche Traumzeit-Legende geht auf die enge Beziehung der Aboriginal People mit diesem Land zurück. Europäer siedelten zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Gegend, als Farmer, Missionare oder Minenarbeiter auf der Suche nach Wolfram, Gold, Kupfer, Zinn, Wismut und Scheelit. Auch einen Außenposten der Regierung gab es in Form einer Polizeistation hier – nahe jenes permanenten Wasserloches, das seither Old Police Station Waterhole (Fotos: NTTC / Barry Skipsey) heißt. Hier gibt es einen einfachen Zeltplatz mit nur einfachster Infrastruktur, weshalb man nur entsprechend gut ausgerüstet anreisen sollte.

Die Landschaft des Davenport Range Nationalparks ist wild und abgeschieden, mehrere Flussbetten durchziehen die Gegend und einige Wasserlöcher führen auch in der Trockenzeit Wasser. Hier entdeckt der Naturfreund denn auch die Fahren im Davenport Range Nationalpark ist nur mit Allrad möglich (Foto: NTTC / Barry Skipsey) meisten Pflanzen und Tiere, darunter Wasservögel und nicht zuletzt sieben Fischarten. Markierte Wanderwege gibt es nicht. Das Old Police Station Waterhole ist über eine 17 Kilometer lange, anspruchsvolle Piste namens Frew River Loop Track zu erreichen, wird aber nur erfahrenen Allradfahrern empfohlen.

Annas Reservoir Conservation Reserve

Erster Europäer, der das Wasserloch entdeckt, beschrieben und nach der jüngsten Tochter seines Förderers James Chambers als Annas Reservoir benannt hat, war im April 1860 der Entdecker John McDouall Stuart. Wie wichtig die Entdeckung des Wasserlochs war, zeigte sich, als Alfred Giles 1879 / 80 einen Viehtreck mit insgesamt 8000 Schafen und 4000 Rindern von Colyer Creek in Richtung Springvale nahe Katherine führte. Nach einer Distanz von rund 175 Kilometern war Annas Reservoir der einzige Ort, um Mensch und Tier mit Wasser zu versorgen.

Die Ruinen eines Homesteads, die sich auf dem Gelände des Annas Reservoir Conservation Reserve befinden, zeugen von einem gewagten und ambitionierten Unternehmen: 1884 wählte Billy Benstead, Manager der Barrow Creek Pastoral Combany, Annas Reservoir als Standort für eine riesige Viehstation mit immerhin 51.800 Quadratkilometern aus und baute ein Steinhaus sowie eine Schmiedehütte. Doch im August des gleichen Jahres, so ist im Factsheet der Nationalparkverwaltung nachzulesen, – es waren nur der Vorarbeiter Harry Figg und der Koch Thomas Coombes vor Ort – griffen die Anmatjere Aboriginal People das Homestead an, spießten Coombes auf und setzten die Gebäude in Brand. Short-eared Rock Wallaby (Foto: NTTC / Don Skirrow)Die Barrow Creek Pastoral Company verließ Annas Reservoir Homestead und zog nach Stirling um.

Für den Besuch im Annas Reservoir Conservation Reserve benötigt man die Erlaubnis von der Aileron Station, um deren Privatstraße befahren zu dürfen. Besucher sollten vor dem Ruinen-Gelände anhalten und auch nicht direkt zum Wasserloch fahren, denn dieses ist eine für die Aboriginal People eine heilige Stätte und ein Ort, an dem die Tiere nicht gestört werden sollten.

Typisch in Zentralaustralien: Spinnifex Gras (Foto: NTTC)














Typisch in Zentralaustralien: Spinnifex Gras (Foto: NTTC)

Illamurta Springs Conservation Reserve

Zu den isoliertesten und friedlichsten Plätzen zählt die Nationalparkverwaltung das Illamurta Springs Conservation Reserve, etwa 130 Kilometer südwestlich von Alice Springs. Die Zufahrt über die Ernest Giles Road oder vom Palm Valley via Finke River Route ist nur für Allradfahrzeuge möglich. Das kleine Reservat an den südlichen Ausläufern der James Range ist von besonderem Wert, denn an der hier gelegenen Quelle haben einige fast ausgestorbene Wasserpflanzen überlebt. Zu sehen sind hier außerdem die Ruinen der ehemaligen Illamurta Springs Police Station, die hier von 1893 bis 1912 operierte. Grund war der Widerstand der Aboriginal People gegen die Farmer der Region in Form von Übergriffen auf deren Vieh. Der Ort gilt den Western Arrernte Aboriginal People als wichtig, weil er Teil des umfassenden »Kunnea-Snake«-Traums. Viele Steinkunstwerke, darunter Fragmente von Schleifsteinen, finden sich auf dem Gelände des Reservates.

Ewaninga Rock Carvings
Conservation Reserve

Das nur sechs Hektar große Ewaninga Rock Carvings Conservation Reserve schützt Felsgravuren (Petroglyphen), die eng mit den Aktivitäten der Arrernte Aboriginal People verbunden sind. Die Petroglyphen (Foto: NTTC) auf dem weichen Sandstein zeigen eine Fülle von Motiven und Symbolen, deren Bedeutung nur initiierten Aboriginal People bekannt sein darf. Wie alt die Gravuren genau sind,Petroglyphen im Ewaninga Rock Carvings Conservation Reserve (Foto: NTTC) ist unklar. Als sicher gilt, dass sich die Aboriginal an diesem Ort gerne länger aufgehalten haben, denn in einer natürlichen Senke sammelt sich das Regenwasser – ein guter Platz zum Verweilen und um wichtige Dinge des Lebens im Stein festzuhalten. Das Ewaninga Rock Carvings Conservation Reserve liegt etwa 40 Kilometer südlich von Alice Springs und ist über die unbefestigte Old South Road zu erreichen. Ein markierter kurzer Weg führt zu den interessantesten Petroglyphen.

Mac Clark (Acacia peuce)
Conservation Reserve

Nur an drei Orten auf der Welt ist die Acacia peuce anzutreffen – nahe Boulia und Birdsville in Queensland und im Mac Clark (Acacia peuce) Conservation Reserve, etwa 40 Kilometer des Old Andado Homestead. Das Schutzgebiet ist eines der abgeschiedensten und liegt in einer kargen, herben Landschaft mit Kies- und Geröllebenen zwischen Sanddünen. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt hier gerade einmal 150 mm und die Tagestemperaturen liegen im Januar bei durchschnittlich 40 Grad. Und genau hier wächst die Acacia peuche, auch »Waddy-Wood« genannt, eine der seltensten Pflanzen in Australiens Trockenzone. Der Baum überlebt in dieser harschen Umgebung aufgrund seines bis zu 17 Meter hohen Wuchses und seiner schmalen, spitzen, fast nadelförmigen Blätter, die kaum Verdunstungsfläche bieten. Es heißt, die Acacia peuce kann bis zu 500 Jahre alt werden.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden viele dieser Bäume gefällt, um Viehgatter und Verschläge aus ihrem Holz zu bauen – und das, obwohl sich kein Nagel in ihr hartes Holz einschlagen lässt. Etwa 1000 Exemplare stehen im Mac Clarc Conservation Reserve – durch Zäune vor Vieh-Verbiss geschützt. Mac Clarke, dessen Name das Schutzgebiet trägt, war einer der früheren Farmer des Andado Homesteads. Das Reservat ist von Alice Springs aus via Santa Teresa über den Old Andado Track oder von Kulgera am Stuart Highway zu erreichen. Allrad ist erforderlich, und aufgrund der Abgeschiedenheit sollten Besucher unbedingt im Konvoi mit anderen Fahrzeugen fahren.

Nationalparks im Top End

Gurig National Park und
Cobourg Marine Park

Port Essington: Einer der größten Naturhäfen der Welt befindet sich auf der Cobourg Peninsula (Foto: NTTC / David Kirkland)
















Port Essington: Einer der größten Naturhäfen der Welt befindet sich auf der Cobourg Peninsula (Foto: NTTC / David Kirkland)

Die Cobourg Peninsula grenzt im Norden an den Van Diemen Golf an. Die abgeschiedene der Halbinsel steht zusammen mit dem umliegenden Gewässer unter Schutz und bildet den Gurig National Park und den Cobourg Marine Park. Beide Parks sind ein Refugium für Wasservögel und andere Vogelarten. Der Zugang zur Cobourg Peninsula wird begrenzt und ist per Fahrzeug nur mit Permit via Arnhemland möglich. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts unternahmen die Briten erste Besiedlungsversuche, Fort Wellington und Victoria Settlement an einem der weltweit größten Naturhäfen – Port Essington – entstand. Aber Trinkwasserknappheit, Hitze und ein Wirbelsturm machten die Siedlungspläne zunichte. Heute sind nur noch überwucherte Ruinen zu sehen. 1981 wurde der Gurig Nationalpark und zwei Jahre später der Cobourg Marine Park als größtes Meeresreservat des Northern Territory gegründet. Der Guring Nationalpark umfasst eine Fläche von 220.700 Hektar und zeichnet sich durch abgeschiedene, weiße Sandstrände aus, an denen zahlreiche Schildkröten ihre Eier ablegen. Vor der Küste grasen Seekühe und Dugongs.

Knuckey Conservation Reserve

Zwölf Kilometer südöstlich von Darwin liegt das 54 Hektar große Knuckey Conservation Reserve. Vier Senken in dem Schutzgebiet füllen sich von Zeit zu Zeit mit Wasser und bilden eine große Wasserfläche – ein perfekter Platz für Ornithologen. Das Gebiet ist zudem Heimat von Magpie Gänsen und Langnackenschildkröten. Schließlich ist das Gebiet für die örtlichen Larrakia Aboriginal People von Bedeutung. Sie sammeln hier noch immer traditionelle Nahrung.

Barranyi (North Island) Nationalpark

Die Nord-Insel (North Island) der Sir Edward Pellew Inselgruppe im Golf von Carpentaria, rund 30 Kilometer von der Mündung des McArthur River, ist nahezu komplett als Nationalpark ausgewiesen. Der Barranyi (North Island) Nationalpark umfasst 5421 Hektar Fläche und spielt eine wichtige Rolle beim Schutz der Kultur und Traditionen der hier angestammten Yanyuwa Aboriginal People. Besucher auf der Insel müssen sich zuvor mit der örtlichen Parks and Wildlife Commission oder der Polizei in Borroloola melden. Erreichbar ist North Island nur per Boot von der King Ash Bay aus. Die Insel hat eine malerische Küstenlinie mit weiten Sandstränden, schmalen Buchten und Sandsteinkliffs. Im Inselinnern dominiert niedriges offenes Waldland und bewaldete, sandige Ebenen. In einem kleinen Bereich des Barranyi (North Island) Nationalparks finden sich dichte Gemeinschaften großer Feigenbäume (Ficus virens). Die Gewässer um die Insel gelten als sehr fischreich. Angler bekommen hier unter anderem Northern Blauflossentunfisch, Spanische Makrele und Queenfish an die Leine. Zu den Riff-Fischen der Gewässer um die Sir Edward Pellew Inselgruppe zählen Golden Snapper, Korallen-Forelle, Papageienfisch und Großmaul-Seebarsche.

Aboriginal-Kinder von der Gove-Halbinsel im Arnhemland (Foto: NTTC / David Silva)
















Aboriginal-Kinder von der Gove-Halbinsel im Arnhemland (Foto: NTTC / David Silva)

Three Point Conservation Area

Die Three Point Conservation Area auf der Three Point Halbinsel schützt einen von Gezeiten geprägten Küstenbereich mit weiten Mangrovenvorkommen. Zahlreiche Vogelarten lassen sich hier beobachten.

Caranbirini Conservation Reserve

Sandsteinböschungen, ein semipermanentes Wasserloch mit umgebender Flusslaufvegetation und Flächen offenen Waldlandes sind die Kennzeichen des Caranbirini Conservation Reserve. Das Reservat spielt beim Erhalt der für die Region einzigartige Flora und Fauna eine wichtige Rolle, denn es liegt zwischen dem tropischen Norden und dem trockeneren Zentrum, 46 Kilometer südlich von Borroloola, an den westlichen Ausläufern der Bukalara Range. Zu den seltenen Tierarten des Gebietes zählt der endemische Borroloola-Gecko. Die Gadanji Aboriginal People kennen das Gebiet seit tausenden von Jahren und nennen es »Garambarini«. Zwei wichtige Traumpfade kreuzen das Gebiet, und das Wasserloch stellt eine wichtige Nahrungsquelle dar.

Kakadu Nationalpark (Foto: NTTC)
















Australiens größtes Schutzgebiet: Kakadu Nationalpark (Foto: NTTC)

Kakadu Nationalpark

Er ist mit einer Fläche von rund 19.000 Quadratkilometern Australiens größter Nationalpark und wurde ob seiner einzigartigen Natur und seiner zahlreichen Aboriginal-Malereien 1987 in die Unesco-Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen: der Kakadu Nationalpark, rund 250 Kilometer südöstlich von Darwin gelegen. Erreichbar ist der Hauptort Jabiru entweder von Interessante Architektur: Crocodile Hotel Jabiru im Kakadu Nationalpark (Foto: NTTC)Norden (Darwin) aus über den Arnhem Highway oder von Süden (Pine Creek) via Kakadu Highway. Der Nationalpark erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über rund 200 Kilometer, in Ost-West-Richtung sind es mehr als 100 Kilometer. Seinen Namen erhielt er aus der Sprache der Bininj / Mungguy Aboriginal-People, die das Gebiet »Gagadju« nennen. Der Nationalpark wird von den traditionellen Eigentümern gemeinsam mit der Parks and Wildlife Commission Northern Territory verwaltet. Eine der architektonisch interessantesten Unterkünfte im Nationalpark ist das Crocodile Hotel in Jabiru (Foto: NTTC).

Vermutlich kamen die ersten Aboriginal-People vor 40.000 bis 60.000 Jahren in die Gegend, die damit die erste besiedelte Region des fünften Kontinents sein dürfte. Zeugnis vom Leben Aboriginal-Felsmalerei im Röntgenstil am Ubirr Rock im Kakadu Nationalpark (Foto: NTTC)der Aboriginal-People legen zahlreiche Felszeichnungenunter anderem im so genannten »Röntgenstil« ab. Außerdem zeugen die Malereien vom Klimawandel in Nordaustralien, denn, so ist in der Litaratur nachzulesen, die ältesten würden Tiere einer einstmals trockenen Savannenlandschaft darstellen, wie etwa den heute ausgestorbenen Beutelwolf oder den inzwischen nur noch auf der Insel Tasmanien lebenden Beutelteufel. Die Felsenkunst ist unter anderem am Ubirr Rock (Foto: NTTC), 50 Kilometer nördlich von Jabiru zu sehen, darunter etwa 20.000 Jahre alten Zeichnungen wie die der Regenbogenschlange. Diese gilt als weltweit eines der ältesten künstlerischen Symbole. Sehenswert ist auch die Anbangbang Gallery am Nourlangie Rock, 35 Kilometer südwestlich von Jabiru. Eine weitere Rock-Art-Site, verbunden mit einem Waldspazierweg ist Nanguluwur. Einen Überblick und Informationen zu vielen Aspekten der Kultur der Aboriginal-People in der Kakadu-Region gibt das 1995 eröffnete Warradjan Aboriginal Cultural Centre 30 Kilometer südwestlich von Jabiru.

Twin Falls im Kakadu Nationalpark (Foto: NTTC) Geschützt wird im Kakadu Nationalpark eine faszinierende Landschaft mit einzigartiger Natur sowie vielfältiger Flora und Fauna. Kakadu umfasst zerklüftete Sandsteinplateaus, ausgedehnte Wälder und riesige Feuchtgebiete, die insbesondere in der Regenzeit (etwa November bis Mai) gewaltige Dimensionen annehmen. In der Wet ergießen sich zudem mächtige Wasserfälle von den Plateaus in die Tiefe. Die bekanntesten sind die Jim Jim Falls und Twin Falls (Foto: NTTC).

Ubirr Rock im Kakadu Nationalpark (Foto: NTTC / Don Skirrow)














Ubirr Rock im Kakadu Nationalpark (Foto: NTTC / Don Skirrow)

Im Kakadu Nationalpark liegt außerdem das vollständige Mündungsbecken samt Zuflüssen des großen, subtropischen Flusses South Alligator River. Die Natur des Kakadu-Nationalparks ist rekordverdächtig. Rund 1300 Pflanzenarten sind bekannt, darunter große Mangrovenwaldgebiete mit 22 verschiedenen Magrovenarten, Riedgrasflächen, auf denen nach der Regenzeit Schwimmfarne, Lotosblumen und Seerosen-Teppiche gedeihen. Insbesondere aber die Tierwelt wartet mit statistischen Superlativen auf: Etwa ein Drittel aller in Australien vorkommenden Vogelarten leben im Kakadu Nationalpark – immerhin rund 280 Arten. Des Weiteren gibt es hier zirka 75 Reptilarten, 55 Fischarten, 22 Froscharten und zirka 60 Säugetierarten.

Yellow Waters Lagoon im Kakadu Nationalpark (Foto: NTTC) Bei diesem tierischen Überfluss zählt die Tierbeobachtung zu den Highlights dessen, was der Besucher im Kakadu Nationalpark unternehmen kann. Vor allem am frühen Morgen und am späten Nachmittag ist die beste Zeit dafür. Es werden unter anderem Touren am East Alligator River sowie auf der Yellow Waters Lagoon (Foto: NTTC) bei Cooinda angeboten. Letztere ist vor allem während der Wasserlilien-, Seerosen- und Lotosblüte (Mai / Juni) auch für Botanik-Fans ein lohnendes Ziel. Zu den möglichen Aktivitäten zählen auch Wanderungen, etwa zu den Felszeichnungen der Aboriginal-People oder markanten Landschaftspunkten, und Bootstouren. Wer vor allem im australischen Sommer ins kühle Nass eines Billabongs oder Sees springen möchte, sollte tunlichst Warnschilder (Foto: NTTC) beachten. Diese warnen nämlich nicht von ungefähr vor der Gefahr durch Salzwasserkrokodile. Informationen über geeignete ungefährliche Badestellen, Wandertouren und landschaftlichen SehenswürdigkeitenWarnschild im Kakadu Nationalpark (Foto: NTTC) des Kakadu Nationalparks gibt es im Bowali Visitor Centre in Jabiru. Dort gibt es neben praktischen Tipps etwa zu Unterkünften und Broschüren sowie Kartenmaterial außerdem eine Präsentation zur Natur und Kultur der Kakadu-Region. Übrigens befinden sich im Bereich des Kakadu Nationalparks noch Uranminen wie etwa die Ranger Mine. Die Uranvorkommen in diesem Gebiet zählen zu den größten der Welt – etwa neun Prozent des Weltbedarfs werden hier gefördert, was im übrigen nicht unumstritten ist.

Litchfield Nationalpark

Was für die Bewohner von Sydney die Blue Mountains, ist für die Einwohner von Darwin der Litchfield Nationalpark – ein attraktives Ausflugsziel fast vor der Haustür. Der Litchfield Nationalpark liegt 129 Kilometer südlich der Hauptstadt des Northern Territory und wurde nach seinem europäischen »Entdecker« Fred Litchfield benannt. Das Gebiet ist traditionelle Heimat der Wagait Aboriginal People. Die Zufahrt erfolgt über den außerhalb des Schutzgebietes gelegenen Hauptort Batchelor. Über Allradpisten gelangt man auch von Norden via die Cox Peninsula Road und von Süden via Daly River Road in den Nationalpark.

»Magnetische« Termitenbauten im Litchfield Nationalpark (Foto: NTTC / David Silva)














»Magnetische« Termitenbauten im Litchfield Nationalpark (Foto: NTTC / David Silva)

Florence Falls im Litchfield Nationalpark (Foto: NTTC / David Kirkland) Das etwa 150.000 Hektar große Gebiet wurde 1986 zum Nationalpark erklärt. Zahlreiche Wasserfälle ergießen sich ganzjährig über das Plateaugebirge und bilden am Grund attraktive natürliche Pools, die zum Bad einladen. Reizvoll sind beispielsweise die Florence Falls (NTTC / David Kirkland), die Tjaynera Falls, die Wangi Falls und die Tolmer Falls. Ein schöner Badeplatz befindet sich zudem an den Buley Rockholes. Markante Sehenswürdigkeit des Lost City: Felsformation im Litchfield Nationalpark (Foto: NTTC)Litchfield Nationalparks sind die großen Bauten der so genannten Kompass-Termiten. Die keilförigen Bauten sind in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet, was wohl mit der Temperaturregulierung zu tun hat. Nur die Schmalseite ist zur heißesten Tageszeit der Sonne zugewandt. Eine attraktive Landschaftsform bilden die Sandsteingebilde von Lost City (Foto: NTTC), die eindrucksvoll aus der flachen Umgebung herausragen. Mit dem Blyth Homestead können sich Interessierte Parkbesucher die Überbleibsel der ersten Besiedlung in dem Gebiet anschauen.

Der Litchfield Nationalpark bietet zahlreiche Möglichkeiten für Buschwanderungen, die sich mit einer Abkühlung in einem der natürlichen Badepools verbinden lassen. Ist man zu Fuß im Schutzgebiet unterwegs, wird man sich zudem an der abwechslungsreichenRingtail Possum (Foto: NTTC / Mike Gillam) Landschaft und der Natur erfreuen können. Hier wachsen etwa Schraubenpalmen, Palmfarne und Woll-Eukalypten und es lassen sich Wallabys, Possums (Foto: NTTC / Mike Gillam), Flughunde, Blauflügel-Kookaburras, Galahs und andere tierische Parkbewohner beobachten.

Nitmiluk (Katherine Gorge) Nationalpark

In zwei Bereiche gliedert sich der Nitmiluk Nationalpark: das Gebiet um die Edith Falls (Leilyn) im Nordwesten und das ausgedehnte Schluchtengebiet im Süden mit der Hauptattraktion des Nationalparks, der Katherine Gorge, etwa 30 Kilometer östlich der Stadt Katherine. Die Region ist traditionelle Heimat der Jawoyn Aboriginal People, deren Legende zufolge das drachenähnliche Wesen Nabilil der Schlucht des Katherine River den Namen Nitmiluk gegeben haben soll. Der Nitmiluk Nationalpark umfasst eine Gesamtfläche von mehr als 180.000 Hektar.

Imposant: Katherine Gorge im Nitmiluk Nationalpark (Foto: NTTC / David Kirkland)














Imposant: Katherine Gorge im Nitmiluk Nationalpark (Foto: NTTC / David Kirkland)

Insgesamt 13 Schluchten haben der Katherine River und seine Nebenarme in das Plateau gegraben, so dass heute die Sandsteinklippen bis zu 100 Meter steil aufragen. In der Regenzeit schwillen die Flüsse stark an und die Zugangsmöglichkeiten sind eingeschränkt. In der übrigen Zeit indes locken die verschiedenen Schluchten zu Das Nitmiluk Visitor Centre liefert Informationen über die Katherine Gorge im Nitmiluk Nationalpark (Foto: NTTC / David Hancock)geruhsamen, aber eindrucksvollen Kanutouren. Einen guten Überblick über das Schluchtensystem bietet ein Helikopterrundflug. Erster Anlaufpunkt beim Besuch der Katherine Gorge ist das Nitmiluk Visitor Centre (Foto: NTTC / David Hancock). Hier gibt es neben Informationen zur Geologie, Landschaft und der Aboriginal-Geschichte der Gegend auch Tipps zu Wanderungen sowie Touren. Im Schluchtenbereich gibt es mehrere markierte Wege, teils am Flussbett entlang, teils oberhalb der Sandsteinklippen, wo sich zudem einige Aussichtspunkte befinden.

Üer eine separate Zufahrt 42 Kilometer nördlich der Stadt Katherine verfügt der Nordwestliche Teil des Nitmiluk Nationalparks, der sich Leilyn bzw. Edith Falls nennt. Nahe der Edith Falls (Foto: NTTC / Barry Skipsey) befindet sich ein beliebter Naturpool, umgeben von Eukalypten und Schraubenpalmen (pandanus). Verschiedene Wanderwege laden zum Erkunden der Gegend ein, etwa der Leilyn Trail – ein rund 2,6 Kilometer langer Rundweg, der neben den Edith Falls hinauf auf das Sandsteinplateau, an Kaskaden vorbei zum »Upper Pool« und wieder hinunter führt. Wer über mehr Zeit und Kondition verfügt, kann den 8,6 Kilometer langen Weg zum Sweetwater Pool stromaufwärts der Edith Falls Edith Falls im nordwestlichen Teil des Nitmiluk Nationalparks (Foto: NTTC / Barry Skipsey)unternehmen. Bei den Rangern anmelden muss man die mehrtägige (fünf Übernachtungen im Zelt notwendig), rund 66 Kilometer lange und anspruchsvolle Wanderung auf dem Sweetwater Trail, der Edith Falls mit Katheringe Gorge verbindet.

In der urwüchsigen Landschaft des Nitmiluk Nationalparks ist eine reiche Tier- und Pflanzenwelt anzutreffen, immerhin führen die Schluchten fast ganzjährig Wasser und ermöglichen dadurch sogar Regenwaldnischen und Feuchtbiotope. Papierrindenbäume, Schraubenpalmen, Süßwassermangroven sowie Sandpalmen (Livistona humilis) und Woollybutt-Eukalypten sind in den Canyons sowie auf dem Plateau anzutreffen. Im Schutzgebiet kommen zudem auch Vogelliebhaber auf ihre Kosten – etwa 160 Arten wurden hier gezählt, darunter Reiher, Azurfischer, Blauohren, Drosselstelzen und Rotnackenloris. Der Katherine River gilt außerdem als fischreich, Wasserwarane tummeln sich in den Gewässern und an den Ufern, insbesondere dort wo Sandbänke in der Nähe sind, leben auch Süßwasserkrokodile.

Gregory Nationalpark

Auf zwei Teilbereiche gliedert sich der 1990 eröffnete Gregory Nationalpark in der Victoria River Region auf: einen kleineren Teil rund um Victoria River Crossing und einen Hauptteil südwestlich von Timber Creek. Dazwischen, in der Stokes Range, liegt Ngaliwurru / Nungali Aboriginal-Land. Der Gregory Nationalpark hat eine Gesamtfläche von13.000 Quadratkilometern und ist nach dem Kakadu Nationalpark der zweitgrößte des Northern Territory. Er umfasst Schluchten, schützt seltene Tier- und Pflanzenarten und verfügt über eine reiche Aboriginal-Kultur und viele Spuren Europäischer Besiedlung. Der Entdecker Augustus Charles Gregory erkundete 185-1886 die Gegend auf der Suche nach Weideland und fand in der Victoria River Region »einige der besten Weidegründe Australiens«. In der Folge entstanden hier zahlreiche Viehtreckrouten und Rinderfarmen. Eine dieser Farmen ist die Victoria River Downs Cattle Station auüßerhalb des Nationalparks. Sie soll mit ihren 12.000 Quadratkilometern die größte Australiens sein. Zu den vielen Vögeln, die sich in diesem Park beobachten lassen, zählen der White Bellied Sea Eagle, der gefährdete Gouldian Finch und der seltene Purple Crown Fairy Wren.

Reflektionen am Victoria River (Foto: NTTC / Steph Miechel)













Reflektionen am Victoria River (Foto: NTTC / Steph Miechel)

Zu den landschaftlichen Sehenswürdigkeiten des Gregory Nationalparks zählen einige schöne Schluchten im nördlichen Bereich unweit des Victoria Highway. Eine davon ist die Limestone Gorge, eine interessante Karstlandschaft deren Dolomit-Gesteinsformationen zusammen mit den vielen Baobab-Bäumen interessante Fotomotive hergeben. Hier bietet sich der Limestone Ridge Trail zu einer etwa einstündigen, kurzen Rundwanderung an. Ein Stück weiter südlich der Limestone Gorge liegt das restaurierte, alte Bullita Homestead (Foto: NTTC), bei dem auf Schautafeln über das Bullita Station Homestead und Baobab-Baum im Gregory Nationalpark (Foto: NTTC)entbehrungsreiche Leben in dieser abgeschiedenen Gegend dargestellt wird. Weiter im Innern des Parks dienen alte Viehtriebrouten heute Offroad-Fans als abgelegene, holprige Piste. Die Bullita Stockroute beschreibt einem weiten Kreis durch die terrassenförmigen Sandsteinformationen und entlang von Böschungen. Auf ihr trieben die frühen Siedler ihr Vieh nach Wyndham in Westaustralien. Der Humbert Track folgt einem alten Trail, der den Bullita-Außenposten mit dem Humbert River verband. Wer sich auf diese Pisten begeben will, sollte sich zuvor bei den Rangern nach deren Zustand erkundigen.

Keep River Nationalpark

Auf dem Gurrandalng Walk im Keep River Nationalpark (Foto: NTTC)











Auf dem Gurrandalng Walk im Keep River Nationalpark (Foto: NTTC)

Ein recht unbekannter »Schatz« unter den Nationalparks des Northern Territory ist der Keep River Nationalpark, 468 Kilometer westlich von Katherine, direkt an der Grenze zu Westaustralien. Der 700 Quadratkilometer große Park wurde 1985 eröffnet und umfasst eine eindrucksvolle Landschaft, die geprägt ist von verschiedenen geologischen Aktivitäten in der Erdgeschichte. Vulkanaktivitäten, Eiszeit und Meeresablagerungen haben hier deutliche Spuren hinterlassen und für eigentümliche Formationen im Kalkgestein gesorgt. Neben Schluchten, Klippen, Höhlen, Felsüberhängen und -bögen finden sich etwa Felsen, die an Menschenköpfe erinnern, und andere bizarre Formen, die die Phantasie beflügeln. Auf verschiedenen Wanderpfaden kann der Parkbesucher den Park erkunden und dabei eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt entdecken. Etwa anderthalb Kilometer lang ist der Gurrandalng Walk, sechs Kilometer lang der Nigli Gap Walk. Beide lohnen vor allem am späten Nachmittag, wenn die Felsen eine intensive Färbung annehmen.

Der kurze Spaziergang am Grund der Keep River Gorge zum Policemans Waterhole – Raststation einstiger Polizeipatrouillen – etwa vermittelt nicht nur einen Eindruck dessen, was die Erosion über viele Tausend Jahre geschaffen hat, sondern auch, welche kulturellen Zeugnisse die in diesem Gebiet seit zirka 25.000 Jahren ansässigen Mirriwung und Gadjerong Aboriginal People ihren Nachfahren hinterlassen haben. Eine von vielen Kunst- und Kulturstätten ist in der Keep River Gorge zu finden. Nganalam (Foto: NTTC) heißt eine weitere bedeutende und weitläufige Kunststätte, die Parkbesucher besichtigen können. Nganalam-Felsenzeichnungen im Keep River Nationalpark (Foto: NTTC)Hier finden sich etwa 2500 Malereien und Felsritzungen die bis zu 5000 Jahre alt sein sollen, aber auch Rillen im Gestein, in denen wohl die Ockerfarbe für die Malereien gemischt wurde. Zur Vogelbeobachtung eignet sich die Cockatoo Lagoon, die aber ein permanentes Wasserloch ist. Weitere tierische Bewohner des Keep River Nationalparks sind zum Beispiel short eared rock-wallabies, white quilled rock-pigeons und sandstone shrike-thrushes. Bambusgras, Schraubenpalmen, Kapok- und Baobab-Bäume, Kimberleyrosen und Wüstenhibiskus sowie Livistona-Palmen zählen zu den Pflanzen, die hier gedeihen.

Elsey Nationalpark

Der 13.840 Hektar große Elsey Nationalpark unweit der Kleinstadt Mataranka mit dem gleichnamigen Thermalpool zeichnet sich durch seine vielen Quellen aus, die den prachtvollen Roper River speisen. Eine der Hauptattraktionen ist die Rainbow Spring mit Thermalpool – die Quelle entspringt im Untergrund und stößt 30,5 Millionen Liter pro Tag aus. Das 34 Grad warme Wasser lädt zum relaxten Bad im Naturpool ein. Bitter Springs im Elsey Nationalpark (Foto: NTTC / David Silva)Eine weitere Quelle ist die Bitter Spring (Foto: NTTC / David Silva), an der ebenfalls das Schwimmen in einem Thermalpool möglich ist. Verschiedene Wanderwege stehen zur Verfügung, darunter ein 1,5 Kilometer langer Botanical Walk entlang der John Hauser Drive-Zufahrtsstraße sowie ein kurzer Rundweg bei Bitter Springs. Bei 12 Mile Yards beginnt ein vier Kilometer langer Weg zu den Mataranka Falls. Weitere Informationen zum Mataranka Thermalpool und zum Roper River gibt es im Kapitel Northern Territory Regionen der Globetrotter-Seiten.

Umbrawarra Gorge Nature Park

Idyllischer Platz zum Schwimmen, Wandern und Klettern: Umbrawarra Gorge Nature Park (Foto: NTTC)














Idyllischer Platz zum Schwimmen, Wandern und Klettern: Umbrawarra Gorge Nature Park (Foto: NTTC)

Drei Kilometer südlich von Pine Creek muss auf eine unbefestigte, sehr staubige Straße in südwestliche Richtung abzweigen, wer den Umbrawarra Gorge Nature Park besuchen möchte. Der Park umfasst eine isolierte tiefe Schlucht mit steilen roten Felsenkliffs. Etwa bis Mitte der Trockenzeit windet sich ein Bach durch die Schlucht. Ein einfacher, etwa ein Kilometer langer Weg führt vom Parkplatz in die Schlucht und dort am Bach entlang zu einem großen Naturpool mit kleinem Sandstrand. Weiter in die Schlucht kommt nur, wer durch das Wasser watet und über Felsen klettert. Klettern und Abseilen ist in der Umbrawarra Gorge möglich, wenn man sich zuvor ein Permit vom Batchelor oder Palmerston Parks and Wildlife Service besorgt hat. Ansonsten lohnt ein Bad in dem schön gelegenen Naturpool. Sprecher für dieses Land sind die Wagiman Aboriginal People. Wer mit offenen Augen durch die Schlucht geht, wird einige Felsenkunstwerke ebenso entdecken wie Short-eared Rock Wallabies, von denen hier einige Familien leben. Auch das Rock Ringtailed Possum zählt zu den Bewohnern der Schlucht.

Limmen Nationalpark

Extrem isoliert und mit wildem Charakter ist der Limmen Nationalpark, der auf dem Gebiet dreier ehemaliger »pastoral properties« die Natur- und Kulturschätze der Golf-Region schützen soll. Verwitterte Sandsteinformationen und Taleinschnitte prägen das raue Landschaftsbild. Durch Erosion entstanden zahlreiche große Felsspitzen und abgerundete -dome, die auch »Lost City« genannt werden. Der Park, der sich zurzeit im Aufbau befindet, soll vor allem für Reisende auf dem Gulf Track zwischen Queensland und Northern Territory Zugang zu dem interessanten Gebiet ermöglichen. Die Golf-Region gilt zudem als äußerst reich an Aboriginal-Kultur. Viele wichtige Orte liegen in dem Gebiet. Die Besiedlung durch die Europäer ging mit der Erkundung durch den deutschen Entdecker Ludwig Leichhardt 1845 einher. Die Gulf-Track-Vieh-Route, auf der einst das Vieh von den östlichen Staaten Australiens zum Northern Territory und in die Kimberleys in Westernaustralia gebracht wurde, führt durch das Gebiet des Limmen Nationalparks.

Informationen:

Weitere Informationen über das Northern Territory gibt es im Internet zum Beispiel unter folgenden Adressen:

Australien-Info (allgemeine Infos über das Northern Territory, dtsch.)
Outback-Guide (viele Infos über Outback-Routen, dtsch.)
Northern Territory Government (Infos über Straßenzustand im Northern Territorium, engl.)
Northern Territory Tourist Commission (Fremdenverkehrsbüro des Northern Territoriums, dtsch.)
Northern Territory Consumer-Site (Promotion-Site des Northern Territoriums, engl.)
Northern Territory Visitors Centre (Promotion-Site der Northern Gateway Group of Companies)
Parks and Wildlife Commission Northern Territory (Infos zu Nationalparks im Northern Territorium, engl.)
Tourism Top End (umfangreiche Infos über das Top End)
Katherine Region Tourist Association (Infos zur Katherine Region, engl.)
East Arnhem Land Tourist Association (Infos über Anrhem Land, Gove Peninsula und Groote Eylandt)
Tiwi Land Council (Permit für Tiwi Islands)
Central Land Council (Permit für die Region Alice Springs und Tennant Creek)
Northern Land Council (Permit für die Region Darwin, Nhulunbuy und Katherine)


Folgende Literatur sei zur intensiveren Lektüre empfohlen (Auswahl der Quellen):
»Der große Atlas der Australischen Nationalparks«
herausgegeben von Ron und Viv Moon, 2000, Könemann Verlagsgesellschaft (dt. Ausgabe)
»Reiseführer Natur Australien«
von Brigitte Fugger und Wolfgang Bittmann, 1998,
BLV Verlagsgesellschaft

zur Globetrotter-Seiten-Linkliste Australien
zur Globetrotter-Seiten-Linkliste Australien
nach oben 
zum Australien-Inhaltsverzeichnis
zum Australien-Inhaltsverzeichnis
zum Northern-Territory-Inhaltsverzeichnis
zum Northern-Territory-Inhaltsverzeichnis
zur Globetrotter-Startseite
zurück zur Globetrotter-Startseite
 
Kostenloser HP Counter